2005 netzwerk junge bechterewler

Humorseminar 2005

Humor-Seminar am 03.06.2005

Am 03. Juni fand im Haus der AWO in Hannover (An der Tiefenriede) das erste Treffen der „Jungen Bechtis“ aus dem Bereich Hannover/Göttingen statt.

Insgesamt waren 8 Mitglieder und Angehörige dem Aufruf gefolgt. Nach einer kurzen gegenseitigen Vorstellung begann der Abend mit einem „Humor-Seminar“. Der leitende Psychologe hatte sich in seiner Freizeit mit dem Aspekt des Humors und dessen Auswirkungen auf Krankheitsaktivität und Schmerzempfindung beschäftigt.

Die Gelotologie – also die Wissenschaft vom Lachen – wird seit den 60er Jahren betrieben. Hier werden die körperlichen und psychischen Auswirkungen des Lachens auf die Umgebung erforscht. Einige der berühmten Lachforsche (Gelotologen; vom griechischen gelos: Gelächter) waren und sind u.a.: Michael Tietze, Norman Cousins, Dr. Madan Kataria, Patch Adams.

Was jeder schon an sich selber feststellen konnte: Lachen verändert unsere Stimmungen ins Positive. Daneben hat das Lachen aber auch die folgenden positiven Wirkungen auf die Gesundheit:

  • Die Sauerstoffversorgung des Gehirns steigt an
  • Glückshormone und schmerzstillenden körpereigenen Substanzen werden freigesetzt
  • Stress wird abgebaut durch verminderte Produktion der Stresshormone Adrenalin und Cortisol, dadurch kommt es zu einem besseren und erholsameren Schlaf
  • Die Verdauung wird angeregt aufgrund der Massage des Magen-Darm-Bereichs durch das Zwerchfell
  • der Kreislaufs wird aktiviert durch einen kurzfristigen Anstieg des Blutdrucks
  • die Immunabwehr wird gestärkt
  • die Gesichtsmuskeln werden entspannt
  • Botenstoffen (z.B. Gamma-Interferon) werden aktiviert, die z.B. die Vermehrung von Tumorzellen hemmen.

Während Kinder ungefähr 400 mal am Tag lachen, kommen Erwachsene nur noch auf durchschnittlich 15 Lacher pro Tag. Auch haben neuere Studien z.B. von Michael Tietze (veröffentlicht in: Die heilende Kraft des Lachens) ergeben, dass vor 40 Jahren noch drei Mal mehr gelacht wurde als in der heutigen Zeit.

Schon 1971 entdeckte Dr. Hunter, eher bekannt unter dem Namen "Patch" Adams (berühmt aus dem gleichnamigen Film mit Robin Williams), dass Patienten schneller genesen, wenn sie öfter lachen. Der breiten Öffentlichkeit wurde er jedoch erst 1999 durch die Verfilmung seines Lebens und seiner Aktivitäten bekannt. Seiner Meinung nach ist Lachen oft die beste Medizin, daher tritt er selbst vor seinen Patienten als Clown auf und arbeitet mit (in der Fachwelt kontrovers diskutierten) erfrischenden bzw. verrückten Methoden. In Arlington, VA, USA gründete er ein Humor-Krankenhaus, das "Gesundheit! Institute". Seit Beginn der 90er Jahre wurden seine Ideen auch in Europa populär. Inzwischen arbeiten in Deutschland mehr als 150 Kliniken und Pflegeeinrichtungen nach seinen Methoden.

Der Wissenschaftsjournalist Norman Cousins zeigt ein weiteres Beispiel für die positiven Auswirkung von Lachen. In seiner Autobiografie "Der Arzt in uns selbst" beschreibt er seine von ihm erfundene Lachtherapie, mit der er seine Krankheit, eine chronische Entzündung der Wirbelsäule, durch Lachen selbst linderte und dabei den Blick einer weiten Öffentlichkeit auf sich richtete.

Hier noch ein Zitat zu diesem Thema:

"Wenn man richtig lacht, vergisst man sich selbst. In diesem Zustand empfindet man eine Menge positiver Gefühle" (Dr. Madan Kataria)

Zum Ende des ersten Teiles dieser Veranstaltung verdeutlichte der Psychologe die Auswirkungen des Lachens am Beispiel eines kleinen Spielchens dem „Pizza, Pasta, Pusta-Spiel“.

Der Abend wurde dann mit einem gemütlichen Zusammensein im Bistro „Lasall“ beendet. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass dieses nicht die letzte Veranstaltung der „Jungen Bechtis“ sein soll. Weitere Treffen sollen am Ende des Sommers bzw. im Herbst folgen.