Frauenseminar 10. - 11. Mai 2014

Thai Chi Partnerübungen

Gemeinsam für starke Knochen und Muskeln

 

Thema unseres diesjährigen Frauenseminars war „Gemeinsam für starke Knochen und Muskeln“.

Petra Zipp und Margret Oelmann hatten diesmal das sehr schöne 7 km östlich von Lüneburg gelegene Tagungszentrum für unser jährliches Treffen ausgesucht und ein interessantes Programm für uns zusammengestellt. Dieses Seminar wurde von der GlücksSpirale und der AOK- Die Gesundheitskasse für Niedersachsen finanziert.

Freudig gespannt auf ein erlebnisreiches Wochenende waren die ersten Teilnehmerinnen bereits am Freitag angereist und erkundeten das malerische Lüneburg mit seinen schönen Gassen, alten Hansehäusern und natürlich auch den vielen kleinen Geschäften. Leider hatte Petrus kein Einsehen und schickte den einen oder anderen Regenschauer zur Abkühlung, was unserer guten Stimmung aber keinen Abbruch tat.
Am Samstag starteten wir nach der Begrüßung mit einem Vortrag von Frau Ackermann, Dipl.-Pädagogin, Physiotherapeutin, Osteopathin und Heilpraktikerin aus Lüneburg. Sie informierte uns sehr anschaulich über die Osteopathie einschließlich der Geschichte und der Grundlagen, der verschiedenen Bereiche und insbesondere über die Behandlungsmöglichkeiten mittels Osteopathie bei Morbus Bechterew.
Nach den Grundlagen des Amerikaners Andrew Taylor Still (1828-1917) hängen alle Körperfunktionen von der Ver- und Entsorgung durch das Gefäß- und Nervensystem ab. Arterienverkalkung, blockierte Gelenke oder verspannte Muskeln können die Versorgung des Körpers durch den Blutkreislauf und das Lymphsystem behindern und führen zu Symptomen. Bei Störungen der Versorgung wird der Körper versuchen, dies zu kompensieren. Der Osteopath kann nach seiner Theorie mit den Händen die Grundspannung von Muskeln, Knochen und Gelenken feststellen und so gestörte Funktionen erkennen. Nach Auffassung Stills heilt sich der Körper bei Störungen grundsätzlich selbst, und es ist nicht möglich, ihn von außen zu heilen. Die Osteopathie soll die Selbstheilungskräfte aktivieren und fördern. Frau Ackermann demonstrierte uns an einigen Teilnehmerinnen wie eine osteopathische Untersuchung erfolgt - durch Zuhören, Ansehen und Anfassen.
Sichtlich beeindruckt wandten wir uns dann noch der Spagyrik, einer ganzheitlichen Therapie für Körper, Seele und Geist zu. Die spagyrischen Essenzen werden aus Pflanzen mittels eines besonderen Herstellungsverfahrens gewonnen. Das Anwendungsprinzip ist, den aus dem Gleichgewicht geratenen Körper mit Hilfe der Heilkraft von individuellen pflanzlichen Mischungen in den gesunden Zustand zurückzuführen.

Nach so vielen Informationen folgte ein Bewegungsteil mit Tai Chi mit Frau Sivkovich. In dem Seminarraum wurden wir dazu angeleitet uns mit den Übungen auf uns selbst zu besinnen, Achtsamkeit zu üben und zu entspannen. Auch Partnerübungen wurden eifrig durchgeführt und viel zu schnell verging die Zeit.

Thai Chi - die Zweite

Nach einem leckeren gemeinsamen Mittagessen ging es weiter mit der Physiotherapeutin Frau Schwäbe mit dem Thema „Muskulatur des Beckenbodens“. Sie erklärte uns die Ursachen der Belastungsinkontinenz wie z.B. durch Dauerbelastung im Alltag durch langes Stehen, krummes Sitzen, Adipositas, Druckbelastung durch Niesen, Verstopfung, Schwangerschaft und Geburt, Prostata-OP bei Männern.

Eingeprägt hat sich bei mir das Zitat von Dr. Janet Brown: „Die Inkontinenz bringt Betroffene nicht um, sie nimmt ihnen nur das Leben“.

In Theorie und Praxis verbrachten wir den Nachmittag. Sehr ausführlich erklärte uns Frau Schwäbe zunächst die Anatomie und die unterschiedlichen Muskeln (langsam spannende, ausdauernde Muskel und schnell spannende, die bei plötzlichen Druckerhöhungen wie z.B. Niesen tätig werden). Behandlungsmöglichkeiten der Belastungsinkontinenz durch Beckenbodentraining, Toiletten- und Verhaltenstraining, Funktionsverbesserung der Gelenke, Koordinations- und Krafttraining, Einsatz von Pessaren wurde besprochen. Auch die Behandlungsweisen der Dranginkontinenz durch mentale Aufschubstrategien, Verzögerungstaktiken, etc. wurden erörtert. Im praktischen Teil wurde die richtige Haltung zur Entlastung des Beckenbodens im Sitzen und Stehen demonstriert und emsig geübt, ebenso haben wir an diesem Nachmittag den tiefen queren Bauchmuskel kennengelernt und beim Beckenbodentraining mit einigen Übungen versucht zu aktivieren. Abgerundet wurde dieser äußerst interessante Teil des Programms durch vielfältiges Informationsmaterial, was uns von Frau Schwäbe zur Verfügung gestellt wurde.

Nach Abschluss des offiziellen Teils des ersten Tages folgte der angeregte Erfahrungsaustausch beim gemütlichen Teil in der Altstadt von Lüneburg. Zuvor hatte uns Rosi Göldner aus der Gruppe Lüneburg noch mit Grußworten des Bürgermeisters mit Stadtplänen und einem Info-Heft versorgt.

Den Sonntag begannen wir nach einem sehr leckeren üppigen Frühstück und dem Räumen unserer Zimmer mit einer Tai Chi-Übungsstunde mit Frau Sivkovich.

Der Vortrag zum Thema Osteoporose von Herrn Dr. Christoph Terkamp, Internist und Endokrinologe der MHH rundete das diesjährige Frauenseminar ab. Sehr anschaulich informierte er über das Krankheitsbild der Osteoporose, Häufigkeit und Risiken der Erkrankung, die Diagnosestellung, Therapiemöglichkeiten und den Zusammenhang mit der Lebensweise und der Ernährung. Viel Bewegung und eine gesunde Lebensweise sowie das Trinken von kalziumreichem Mineralwasser sind hier äußerst förderlich, auch wenn wir Bechti’s von einem höheren Erkrankungsrisiko ausgehen können.

Mit einem Blumenstrauß und vielem Dank an Petra und Margret für die Organisation beendeten wir dieses Seminar – und blicken gespannt auf das was noch kommen wird. Wieder einmal war es viel zu schnell vorbei, wir hätten uns noch so viel zu erzählen gehabt. Neue Kontakte wurden geknüpft und bereits bestehende wurden vertieft bzw. wieder aufgefrischt. Mit viel positiver Energie, neuen Erfahrungen und Anregungen traten wir dann die Heimreise an.

Inge Weinert

Gruppenbild FNW NDS 2014